Definition der tiergestützten Psychotherapie

Das nonverbale Kommunikationsangebot des tierischen Co-Therapeuten ist ein zentrales Element der „tiergestützten Psychotherapie“ und wirkt ergänzend zu den Interventionen des Behandlers. Die im ambulanten und stationären psychotherapeutischen Setting eingesetzte tiergestützte Intervention sollte als ein Element im Therapiekonzept verstanden werden, welches vom Behandler bewusst, gezielt und mit Bedacht (individueller Behandlungsplan) eingesetzt werden muss. Der tierische Co-Therapeut verändert die Atmosphäre während der therapeutischen Sitzung, er interveniert und beeinflusst dadurch das therapeutische Geschehen. Die Bereitschaft des Tieres zum empathischen und aufklärenden Verhalten wird als eine der wichtigsten Kernkompetenzen und als Mehrwert für die Psychotherapie verstanden. In der Psychotherapie können Tiere den Patienten in seinem „archaischen Sein“ ansprechen und somit Urinstinkte, Selbstheilungskräfte und tiefere psychische Strukturen „aufwecken“ und für den Patienten zugänglich machen. Zudem können taktile Kontaktangebote das Körper-Ich aktivieren und im Körperbewusstsein verankerte Erinnerungen hervorholen helfen. Des Weiteren kann das Tier verschiedene Übertragungsphänomene auslösen. Es kann Hilfs-Ich, Spiegel, Übertragungsobjekt, Identifikationsobjekt, Selbstobjekt oder Projektionsfläche sein. Auch eine Vorbildfunktion kann das Tier für den Patienten einnehmen. Der Grad der Direktivität des Behandlers ist hierbei wichtig anzusprechen. Denn wird das Tier nicht aktiv vom Behandler aufgefordert, gelernte Reaktionen zu zeigen, sondern der Behandler gewährt dem Tier, sich authentisch zu zeigen, kann sich das instinktive Kontaktangebot des Tieres besser entfalten. Mit diesen authentischen Reaktionen und Aktionen des Tieres kann der Behandler dann psychotherapeutisch arbeiten, und den Behandler ergänzen und den Interventionsplan erweitern.

Somit soll betont werden, dass sich ein dressierter, unauthentischer Hund für das psychotherapeutische Setting nicht eignet.

Ein Therapietier sollte sich als dem Menschen zugewandter, ausreichend sozialisierter Co-Therapeut erweisen, welcher sich selbst ausreichend abgrenzen kann und Freude an der Arbeit hat. Mit dem Therapeuten sollte es eine stabile und kooperierende Beziehung entwickelt haben, die ihm Orientierung und Klarheit gibt.

 

- Erweiterung der Wirkungsebenen und Wirkmechanismen durch das Tier in der Psychotherapie:

- Subliminale Reizgebung

- Aktivierung des biologischen Bewusstseins

- Arbeit mit der Körperebene (Sinne,Körperkommunikation und Körper-Ich)

- Reine Analoge Kommunikation

- Atmosphärisches Feedback/Authentizität

- Animalisches Sein und sein Bedürfnisbewusstsein

- Szenische Gestaltung und Bewegung im Raum

- Übertragungserweiterung (Behandler-Tier-Patient)

- Diagnostik durch Interaktion

 

Abschließend ist zu sagen, dass das Tier, welches für tiergestützte Interventionen eingesetzt wird, nicht überfordert werden darf und Arbeitspausen und Psychohygiene braucht wie der Behandler selbst auch. Regelmäßige Supervision ist wichtig und ein Qualitätsmerkmal.

 

 

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